Heimatverein Steinhagen e.V.

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Heimatverein Steinhagen e. V.
Petra Holländer
Udo Waschkowitz
Reichenberger Straße 23
33803 Steinhagen

Tel: 05204 4236
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Gemeindechronik Steinhagen 1978

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Januar 1978

  • Anfang des Monats wurde bekannt, dass den zahlreichen Alternativvorschlägen für eine Änderung der Trassenführung der A 33, an deren Diskussion sich auch der Heimatverein aktiv beteiligte, kein Erfolg beschieden war. Wie die Straßenbauverwaltung des Landschaftsverbandes mitteilte, sei die seit 1968 bestimmte Trasse zwischen den Ortsteilen Dorf und Amshausen/Rote Erde am besten geeignet, den örtlichen Gegebenheiten und verkehrlichen Anforderungen in günstiger und ausgewogener Weise Rechnung zu tragen. Unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Bundesbahnstrecke sowie der vorhandenen und geplanten Industriegebiete gehe von der vorgesehenen Trasse die geringste Umweltbeeinflussung aus, da nur hier gezielte konzentrierte Lärmschutzmaßnahmen möglich seien. Die vorgeschlagene Alternative südlich der Patthorst würde eine Wertminderung des Naherholungsgebietes mit sich führen, weiteren Verkehr durch den Ort zur Anschlussstelle leiten, einen wirksamen Lärmschutz für die Streubesiedlung in dem Bereich schwer ermöglichen sowie eine spürbare Entlastung der B 68 in Frage stellen.
  • Am 21.1.1978 konnte das Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben werden, ein Gebäude, das mit den modernsten technischen Errungenschaften ausgerüstet ist. Am 6.10.1976 gab der Rat der Gemeinde grünes Licht für den Bau, in dem neben der 328 m² großen Fahrzeughalle auch Platz für einen Schulungsraum für 60 Personen vorhanden ist. Die Alarmauslösung erfolgt durch die ständig besetzte Berufsfeuerwehr Halle, die gleichzeitig per Funk die Tore öffnet. Die Ausrüstung der Löschzugbesatzung befindet sich bereits im Gerätehaus, so dass entscheidende Zeitverluste im Kampf gegen den „Roten Hahn“ so vermieden werden können. Bei der feierlichen Übergabe erinnerte Bürgermeister Wolf an die Zeit, als die Freiwillige Feuerwehr noch mit Pferdegespannen zu den Brandorten auszog, an die kleine Gefängniszelle, die zum 1903 errichteten „Spritzenhäuschen“ gehörte und manchen Besucher sah, der bei Festlichkeiten zu sehr dem Heimatwasser zugesprochen hatte. Andererseits stand aber auch den Tippelbrüdern und Handwerksburschen im Spritzenhaus eine Unterkunft zur Verfügung, mit einer Kanne warmen Wassers und Brot am Abend und warmen Kaffee am Morgen. 1938 ersetzte das inzwischen ebenfalls abgerissene alte Feuerwehrhaus am Parkdeck diesen „Unterstand“ für die Löschgeräte. In den zahlreichen Glückwünschen der Gäste kam die Zufriedenheit über die präzise Planung und Ausführung des Baus zum Ausdruck sowie die Gewissheit, dass die Großgemeinde Steinhagen mit ihren 3 Löschzügen in Bezug auf Feuerschutz ausreichend gesichert ist.
  • Neues auf der einen, Erhaltung des Alten auf der anderen Seite kennzeichnete die Geschehnisse des Jahres. Gegenstand zahlreicher Diskussionen war u.a. auch das Brinkhaus, ein kulturhistorisch wertvolles, über 200 Jahre altes Ackerbürgerhaus in Fachwerk an der Bielefelder Straße. Ende des Monats trafen sich Vertreter- der Aktionsgemeinschaft Steinhagen, der Aktion pro grün, Bielefeld, sowie des Umweltschutzverbandes Westfalen-Lippe, um Vorschläge zu erarbeiten, die den Abriss des etwas baufälligen Fachwerk-Kleinods verhindern und zur Integration in die Marktplatzgestaltung führen.

Februar 1978

  • Pläne zur Erhaltung des Brinkhauses werden von der Kreissparkasse bekannt, die Giebelteile des Brinkhauses in einer im Fachwerkstil zu errichtende Zweigstelle verwenden will. Ein Kompromiss zwischen Denkmalpflege und Funktionsfähigkeit? Dieser Vorschlag wurde von der Aktionsgemeinschaft als Vernichtung des Brinkhauses angesehen. Da die Finanzierung jeglicher Vorhaben unklar war, führten weitere Diskussionen zu keinem greifbaren Ergebnis.
  • Die Diskussion um die A 33 wurde unvermindert fortgesetzt, neue Argumente jedoch nicht gebracht. Das Problem einer Verzögerung der Bauausführung durch die Prüfung der Alternativtrassen, die Mehraufwendungen an Grund, die Verlängerung der A 33 bei Realisierung der Südtrasse und voranschreitende Bau aus Richtung Osnabrück und Paderborn überlagerten die Nachteile für die Bewohner des Siedlungsgebietes zwischen Bahn und Teutoburger Wald. Zahlreiche Politiker setzten sich für eine Ansehung der Dringlichkeitsstufe für den Bau der jetzigen Trasse ein.
  • Umweltschutz und Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, Probleme, die bei der Erweiterung der Elgeswerke im Bereich der Dianastraße deutlich wurden, Parteienstreit trug mit dazu bei, dass der Umweltschutz diesmal leer ausging.

März 1978

  • In diesem Monat begingen die Bauarbeiten an der neuen Umgehungsstraße zwischen der Fa. König über die Robertstraße bis zur Pestalozzistraße. Ein völlig neues Fahrgefühl wird versprochen. Denkt man dabei an das gefährliche Kopfsteinpflaster der alten Brockhagener Straße, hört man es gerne. Zunächst jedoch ist Steinhagen-Dorf eine riesige Baustelle, im Laufe der Arbeiten verschwinden jedoch erst einmal vertraute Häuser, wie z.B. Sieker im Oktober dieses Jahres. 4 Mio. DM soll die neue Woerdener Straße kosten, mit Mehrzweckstreifen und Gehwegen wird sie 11,50 m breit sein, 70 öffentliche Parkplätze bieten bequemen Einkauf.
  • Im Landesentwicklungsplan wird Steinhagen als Unterzentrum eingestuft, angestrebt wird jedoch die Berücksichtigung als Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums, um eine Abhängigkeit vom Großraum Bielefeld zu verhindern, muss sich Steinhagen auf der Entwicklungsachse Minden-Wiedenbrück in Richtung Gütersloh orientieren.
  • Die Planungen der Gemeinde Steinhagen für das neue Rathaus, sowie für das Freibad sollen parallel verlaufen. Jedoch mit einem Schwerpunkt für das neue Freibad.

April 1978

  • Am 7.4. gab der Kreisheimattag der Gemeinde Gelegenheit, sich den Delegierten der Heimatvereine des Kreises Gütersloh vorzustellen.
  • Bürgermeister Wolf ließ es sich nicht nehmen, den Rundgang anzuführen und sowohl den historischen Teil, den Kirchplatz, als auch die bisherigen und künftigen Maßnahmen der Ortskernsanierung zu erläutern.
  • Ein Stück Steinhagener Tradition ist den Aktivitäten einer Baufirma zum Opfer gefallen, denn der alte Sportplatz an der Bielefelder Straße seit mehr als 10 Jahren auch der Ort der Dorfkirmes, wird neues Wohngebiet.

Mai 1978

  • Die Initiatoren des Weihnachtsmarktes ziehen Bilanz. In drei Jahren wurden über 41.000 DM für wohltätige Zwecke eingenommen, von denen alte und behinderte Mitbürger unmittelbar profitieren sollen.
  • Ein „Kind“ des Weihnachtsmarktes kam am 11.5.1978 zur Welt und wurde von der Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen: der Wochenmarkt. Die ersten Monate zeigten bisher, dass vom Wochenmarkt eine Marktlücke geschlossen werden konnte.

Juni 1978

  • Während bereits an den Vorentwürfen für das neue Rathaus gearbeitet wird, bleiben die Planenden für das neue Freibad in Sportzentrum hinter den Absichtserklärungen zurück. Ein demonstrativer Wechsel im Vorsitz des Ausschusses Jugend, Sport und Freizeit sowie die Zusicherung der weiteren Nutzung des Waldbades sind die Folge.
  • Auch „zu Lande“ gibt es Missstände, besonders im Naherholungsgebiet Patthorst, das sich Wanderer und Reiter teilen müssen. Die Folge davon sind durch Pferde verwüstete Wege, selbst die markierten Wanderwege des Heimatvereins sind über weite Strecken reine Sandbahnen: Zahlreiche Initiativen aus der Öffentlichkeit streben eine beiden Seiten befriedigende Lösung an, mit der in nächsten Jahr zu rechnen ist.

Juli 1978

  • 10 Stunden diskutierten die Mitglieder eines Fachausschusses, bis man sich auf den besten Entwurf des Steinhagener Rathauses geeinigt hatte. Das neue Verwaltungszentrum nach dem Entwurf eines Hamburger Architektenbüros, das sich auch schon am Altenzentrum beteiligt hatte, soll mit seinen 3 diagonal einander zugeordneten Trakten An die Pulverbachkurve gelegt werden. Ein städteplanerisch und architektonisch zukunftsweisendes Vorhaben.

August/September 1978

  • Der August erlebte „Tage der offenen Tür“ für Jung und Alt. An der Rostocker Straße stellte die Arbeiterwohlfahrt ihren Kindergarten vor, an der Lutherstraße in Brockhagen zogen die Kinder der ev. Kirchengemeinde in ihr neues Domizil ein.
  • Nach Jahren der Planung und Fertigstellung mit der Lösung vieler Detailfragen war es auch für das Steinhagener Altenzentrum soweit: Am 27.08.1978 luden das ev. Johanneswerk Bielefeld als Träger der Institution, die Gemeinde Steinhagen und die Hauseltern, Elisabeth und Ulrich Huck, zur Besichtigung ins „Matthias-Claudius-Haus“ ein. 140 Senioren finden in den Altenwohnungen sowie den Wohnheim- und Pflegestätten Aufnahme, ergänzt wird das Zentrum durch eine auch für die Öffentlichkeit bestimmte Altentagesstätte. Aufgabe des Altenzentrums soll es sein, die Menschen im Alter weiterhin in die Gemeinschaft zu integrieren, es soll mithelfen, dass das Wort Heiminsasse aus den Sprachgebrauch verbannt wird. Die Einrichtungen des Hauses bieten den Senioren die Möglichkeit, aktiv mit ihren Mitmenschen zu leben, durch Sport, Unterhaltung, Hobby oder die Möglichkeit im Altenzentrum mit anzufassen werden dabei durch eine ihren Möglichkeiten entsprechende Selbstständigkeit im Bereich ihrer Wohnungen unterstützt, auch ihr bisheriger Lebensrhythmus wird weitgehend berücksichtigt. Mit viel Fingerspitzengefühl und einer reichen Erfahrung will das Ehepaar Huck seine verantwortungsvolle Aufgabe als Bezugspersonen für die Menschen im Altenzentrum und für die Öffentlichkeit meistern. „Mann soll nicht über uns reden, sondern mit uns“. Diesem Wunsch aller Bewohner des Matthias-Claudius Hauses gilt es nachzukommen.
  • Im Steinhagener Heimatausschuss fiel die Entscheidung über das Brinkhaus zugunsten einer „Nutzung in gemeindeeigener Regie“. Ausschlaggebend war die wohl erklärte Finanzierung der umfangreichen Renovierungsarbeiten, um das Haus als Begegnungsstätte für Steinhagener Bürger einzurichten. Der endgültige Verwendungszweck ist aber noch ungewiss.

Oktober 1978

  • Während Steinhagen eine Baumschutzsatzung erhält, die das ungeordnete Fällen von Bäumen einer bestimmten Größenordnung verhindern soll und den Schutz von Grün innerhalb der Bebauungspläne ermöglicht, wird ein verantwortungsloser Eingriff in die Natur bekannt: Der Teich am Wasserwerk in der Patthorst, von Biologen als Heimstätte in ihrem Bestand gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie als Feuchtgebiet für das biologische Gleichgewicht bedeutend ausgewiesen, wurde zur Müllkippe. Straßen-Bauschutt mit seinen für das Grundwasser gefährlichen Beimengungen von Ölen, Fetten, Salzen und Gummiabrieb bedroht die Existenz dieses Teichgeländes, das es verdient, als flächenhaftes Naturdenkmal im Sinne des Landschaftsschutzgesetzes ausgewiesen zu werden. Feuchtgebiete sind der natürliche Lebensraum teils gefährdeter Tierarten, die auch für den Menschen von Bedeutung sind, da sie z.B. als Insektenfresser das natürliche Gleichgewicht aufrechterhalten. Jeder Eingriff in diesen Balanceakt der Natur muss zu einer Korrektur führen, der manchmal nur durch den Menschen mit den nicht ungefährlichen Mitteln der Chemie vorgenommen werden kann.
  • Um den ehrenamtlichen Service im sozialen Bereich noch schneller zu machen, hat der Sozialausschuss und die Gemeinde den Steinhagener Ratgeber herausgegeben. In dieser Broschüre für unsere älteren Mitbürger finden sich umfassende Informationen und Adressen von Behörden, Kirchengemeinden, Ärzten, Vereinen und sozialen Einrichtungen, wie auch einer Kummerkarte und ein „Ich brauch Hilfe“-Plakat.

Personalien

  • Am 18.2.1978 verstarb der Leiter der Steinhagener Freiwilligen Feuerwehr, Hauptbrandmeister Willi Volkmann. Als aktives Feuerwehrmitglied seit 1947 und Wehrführer seit 1957 erwarb er umfangreiche Erfahrungen. Für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens erhielt Willi Volkmann zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ehrenkreuz in Gold.
  • Nach 31 Dienstjahren in Steinhagen trat Ende März Polizeihauptmeister Hans Schreiber in den verdienten Ruhestand. Der in Westpreußen geborene Ordnungshüter versah neben seinem normalen Dienst auch noch Aufgaben im Personalrat und der Gewerkschaft der Polizei, seine Aktivitäten erstreckten sich auch auf das Gebiet der Kommunalpolitik unserer Gemeinde. Dass er während seiner Tätigkeit in Steinhagen oft auch ein Auge zudrückte, gibt er gern zu, „wenn es sein musste, habe ich allerdings auch beim besten Freund zugepackt.“
  • Seit 1929 ist er in Steinhagen, wenig später kaufte er die erste Eismaschine und füllte Schiffchen und Hörnchen mit Vanille- und Schokoladeneis zu 5 bzw. 10 Pfg. das Stück. Viele Steinhagener denken an gemütliche Stunden im Steinhägerhäuschen und Café Sonneneck, wenn von ihm, dem Bäcker, Konditor und Gastwirt Wilhelm Drews, die Rede ist. Jahrzehntelang stand er hinter der Theke des Steinhäger-Häuschens zu dem bis 1954 auch ein Gemischtwarenladen gehörte, die Domäne von Ehefrau Hilde. Im April feierte Wilhelm Drews seinen 70. Geburtstag, doch auch weiterhin wollen er und seine Ehefrau für ihren großen und netten Gästekreis da sein, den sie sich seit 1966 im Café Sonneneck erworben haben.
  • Wechsel in Ravensberger-Hof. Im April gab nach 53 Jahren Albert Riepe die Gaststätte an seine Tochter Waltraud ab, die sie zusammen mit ihrem Ehemann Helmut Lohse weiterführt. Für Albert Riepe heißt es jetzt jedoch erst einmal Urlaub und Freizeit in Garten, und Zeit, einen anständigen Skat zu dreschen. Oft genug musste er zusehen.
  • 50 Jahre Autohaus Merks. Früher an der Robertstraße, heute im modernen Betrieb an Queller Straße, hieß es für den Chef und Inhaber Martin Merks, täglich im Betrieb der erste und der letzte zu sein, auch heute noch Basis für geschäftlichen Erfolg.
  • Brötchen für 5 Pfennig. Preise wie vor 25 Jahren aus Anlass des 25-jährigen Geschäftsjubiläums der Eheleute Liesel und Heinrich Kosfeld. Als sie 1971 von Brackwede nach Steinhagen zogen, herrschte in der heutigen schmucken Siedlung gähnende Leere, heute steht fest, dass hier rechtzeitig eine Marktlücke entdeckt wurde.
  • Seit 1937 verkaufte Heinrich Sieker Eisenwaren an der Queller Straße, bis das Haus im September der neuen Woerdener Straße weichen musste. Umzug also in das neue Gebäude an der Bielefelder Straße, wo eine doppelt so große Verkaufs Fläche eine noch intensivere fachgerechte Bedienung seiner Kunden ermöglicht.
  • Umziehen mussten auch Ursula und Werner Herkströter. Als „Schrittmacher“ für die Ortskernbebauung eröffneten sie am Parkdeck ihr neues Geschäft Anfang November.
  • Im November feierte in Obersteinhagen die Familie Femmer ihr 90-jähriges Geschäftsjubiläum. Als ländliche Bäckerei in einer Zeit begonnen, in der die Kinder auf Ihren Schulweg den vom Bauern angesetzten Brotteig per Schiebkarre zur Bäckerei und tags darauf frisch gebacken wieder zurücktransportierten, beliefert heute ein repräsentabler Großbetrieb die umliegenden Geschäfte, Krankenhäuser und Raststätten mit einer Vielzahl von Brot- und Brötchensorten.

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