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Heimatverein Steinhagen e. V.
Petra Holländer
Udo Waschkowitz
Reichenberger Straße 23
33803 Steinhagen

Tel: 05204 4236
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Gemeindechronik Steinhagen 1979

1978 | zurück | 1980

Januar/Februar 1979

  • Das Brinkhaus soll nach gründlicher Renovierung wieder genutzt werden. Auf welche Weise blieb nach einer Sitzung des Hauptausschusses allerdings unklar; entweder für Geschäfte und Wohnungen eines privaten Interessentenkreises oder als Stätte der Begegnung mit Bücherei und Heimatmuseum in Gemeinderegie. Die zentrale Lage im Herzen des Ortes lässt jedenfalls beide Lösungen zu. Bürgermeister Wolf und der Landeskonservator gibt dem Rundling um der Kirche sowie dem geschützten Gebäude-Ensemble an der Brockhagener Straße den Vorzug, nachdem bereits die Alte Schmiede im Laufe des Jahres von privater Seite zur Gaststätte für westfälische Spezialitäten „umfunktioniert“ wird.
  • Der Kulturausschuss setzte sich für eine kinderfreundliche Gemeinde Steinhagen ein und gab Anregungen für die Rektoren der hiesigen Schulen, Veranstaltungen mit Jugendlichen durchzuführen: Ausstellung von Fotos, die die Kinder selbst schossen, Lesewettbewerbe mit Kinderbuchautoren sowie Verstärkung der Musikerziehung.
  • Über einen Schießstand im Sportzentrum herrschen noch die gleichen Gegensätze wie 1963. Ein entsprechender Antrag der Kyffhäuserkameradschaft wurde im Ausschuss für Jugend, Sport und Freizeit abgelehnt, vom Rat der Gemeinde jedoch genehmigt.
  • Nach einer positiven Bürgerresonanz entschlossen sich 20 Bürger zur Gründung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), um Bürgernähe und bürger-gerechte Arbeit im Rat der Gemeinde ohne Parteienzwang zu ermöglichen, Vorausgegangen waren Richtungskämpfe zwischen der FDP und der bisherigen UF. Die UWG mit Rudolf Wolf und Harald Voßhall an der Spitze will sich verstärkt für die Sache einsetzen.
  • Aus einer Ausarbeitung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW geht hervor, dass in Steinhagen 36 % der Erwerbstätigen Auspendler sind. Von 2309 berufstätigen Pendlern haben 1619 ihren Arbeitsplatz in Bielefeld.
  • Die Spvg. Steinhagen kann auf eine solide und gute Breitenarbeit zurückblicken. Während im Turnen, Handball, Volleyball, besonders aber im Tischtennis, schöne Erfolge errungen werden konnten, lief der Fußball nicht so recht. Im Radball suchten gute Trainer interessierte Nachwuchsleute.
  • Aus dem Hauptausschuss wurde bekannt, dass der Steinhagener Rathausneubau zunächst auf Eis gelegt werden muss. Ursache dafür ist das Ausbleiben des Zuschusses aus Detmold. Danach verbleiben unter Berücksichtigung von Zuschüssen im Zusammenhang mit der kommunalen Neugliederung für die Gemeinde Eigenmittel in Höhe von 3 Mio. DM, die sich angesichts des bevorzugten Freibad-Neubaues als ein zu dicker Brocken erweisen.

März 1979

  • Der neue Regierungspräsident Walter Stich stellte sich im Kreis Gütersloh vor. In Steinhagen besuchte er das Altenzentrum und stellte fest: „Dies ist eine gelungene Anlage in herrlicher landschaftlicher Umgebung.“ Vor einer Gruppe älterer Menschen meinte er: „Ich hoffe, dass Sie sich hier wohlfühlen, Sie sollen einen angenehmen und schönen Lebensabend verbringen, denn Sie haben schließlich für den Wohlstand, den wir heute haben, gearbeitet.“
  • Der SPD-Ortsverein kürte Udo Bolte zum Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 30.9.1979. Dem 36-jährigen Spitzenkandidaten, der auf eine zehnjährige Tätigkeit in der Kommunalpolitik zurückblicken kann, geht es in erster Linie um die Sache und um Programme.
  • Der Jugendausschuss befasste sich mit dem Problem der Trägerschaft des Jugendzentrums. Dabei stand Gemeinderegie oder freie Trägerschaft, z.B. durch die Arbeiterwohlfahrt, zur Diskussion. Die betroffenen Jugendlichen des seit längeren geschlossenen Zentrums erklärten sich für eine Lösung mit weitgehender Selbstverwaltung. Die Entscheidung fiel schließlich zu Gunsten der Arbeiterwohlfahrt.
  • Die Entscheidung über die Zukunft des Teichgeländes in der Patthorst, das im letzten Jahr  teilweise mit Bauschutt zugeschüttet worden war, und somit nicht mehr den Lebensraum für die dort angetroffene seltene Pflanzen- und Tierwelt bilden konnte und außerdem eine Gefahr für eine einwandfreie Grundwasserversorgung darstellte, lag nun beim Regierungspräsidenten in Detmold. Vom Kreis als Naturschutzbehörde war das Gelände unter Schutz gestellt worden, allerdings verhinderte der Pächter ein Entfernen des abgelagerten Bauschutts.
  • Die Ausgabe Nr. 7 des „Steinhagener Ortsgespräches“ der SPD erscheint erstmalig auf umweltfreundlichem Recycling-Papier. Die Herausgeber dieser aus „Papier aus Altpapier“ hergestellten Schrift wollten dabei ein praktisches Beispiel für Umweltschutz und Rohstoffwiederverwertung geben.
  • An der Hauptschule Steinhagen wird laut Beschluss des Schulausschusses im 1A-Tage-Rhythmus wieder die Sechs-Tage-Woche eingeführt. Der Grund: Lehrerüberschuss.

April 1979

  • Anlässlich der Nominierung von Ernst Niemann und Heinz Consbruch als CDU-Kreistagskandidaten informierte Heinz Consbruch, der auch Bürgermeisterkandidat der CDU ist, aus der Arbeit des Kreistages: Danach habe das letzte Haushaltsvolumen des Kreises Gütersloh 176 Mio. DM betragen, er beschäftigt rund 900 Beamte, Angestellte und Arbeiter. Seine Verschuldung von 24 DM pro Kopf der Einwohner ist gering, gemessen an den Vergleichszahlen von 173 DM im Regierungsbezirk und 139 DM im Land.
  • Die Verkehrssicherheit auf der B 68 wird in den folgenden Monaten durch die Einrichtung von befestigten Seitenstreifen, Mehrzweckspuren und abgesetzten Gehwegen erhöht.
  • Als Vorläufer eines künftigen Gemeindejugendringes formierte sich die Arbeitsgemeinschaft Jugend, um die Verständigung und Zusammenarbeit der verschiedenen örtlichen Jugendverbände anzuregen.
  • Eine Veranstaltung der FDP brachte es ans Licht: Wenn die B G8 nicht wäre, die sich etwa 4,5 km durch Steinhagen zieht, sähe die Unfallsituation besser aus. 32 schwere Unfälle ereigneten sich 1970 auf dieser Strecke, 158 im Gebiet der Gemeinde Steinhagen, 3557 im Kreis. Die niedrige Zahl an Kinderunfällen (5 bei 234 im Kreis) wirft ein günstiges Licht auf die Gemeinde. Weitere Unfallschwerpunkte sind die Bielefelder und Queller Straße, überragende Ursache ist zu schnelles Fahren. Hauptkommissar Wolfgang Sander aus Versmold forderte in seinem Referat, Unfallschwerpunkte der Polizei zu melden, besonders bei schutzwürdigen Zonen wie Kindergärten, Altenheimen oder dicht besiedelten Wohngebieten mit vielen Kindern. Die Politiker wurden aufgefordert, Einfluss auf bauliche Maßnahmen und Planungen auszuüben, besonders hinsichtlich Rad- und Gehwegen.
  • Der Tiefbauausschuss befasste sich mit der Begrünung der neuen Woerdener Straße, insbesondere mit der Höhe der zu pflanzenden Bäume. Eine Kostenfrage, denn die Preise lagen bei 800 DM für 5 m Baum, 4 m verschulter Ahorn kosteten „nur“ 550 bis 600 DM. Man einigte sich schließlich auf 2,50 bis 4,50 m. Ferner wolle man die Partnerstadt Woerden bitten, einen Schuss holländische Grünkultur beizusteuern.
  • Die Steinhagener Verwaltung wurde beauftragt, den Ist-Zustand der Altenarbeit bei den verschiedenen Trägern zu prüfen, um bei Bedarf einen Altenhilfeplan aufzustellen. In diesem Plan sollen Kriterien festgelegt werden, nach denen die vom Kreis und der Gemeinde zur Verfügung gestellten Mittel verteilt werden, um für alle Verbände möglichst gleiche Voraussetzungen zu schaffen und um Mittel gezielt einsetzen zu können.
  • Strahlende Gesichter bewiesen den vollen Erfolg der Spielstunden im Hallenbad. 200 Kinder konnten einmal alles das benutzen, was sonst verboten ist: Schnorchel, Bälle, Wassertiere.
  • In der Jahreshauptversammlung des LAC konnte Vorsitzender Eckhard Kleine-Tebbe im fünften Jahr des Bestehens auf eine erfolgreiche Volks- und Crosslaufsaison zurückblicken. Die Schüler- und Jugendarbeit steht besonders im Interesse dieses Leichtathletikclubs.
  • Rechtzeitig zu Ostern wurde in der Dorfkirche der beschädigte Taufstein und das Portal renoviert. Die ausführende Firma Birkemeyer und Wiesemann aus Steinhagen ist als einzige in der Lage, noch Renovierungen mit dem schönen Osning-Sandstein vorzunehmen, so z.B. am Bielefelder Rathaus und der Klosterschule.

Mai 1979

  • Die SPD-Fraktion forderte die Verwaltung auf, Umweltschutzpapier, hergestellt aus Altpapier, für Schreib- und Druckzwecke zu benutzen, um den Bekanntheitsgrad zu fördern.
  • Sorgen bereiten einige besonders kräftige Jugendliche, die ihre Freude an mutwilliger Zerstörung haben. Geräte und Bänke von Spielplätzen, betonierte Tischtennisplatten und andere öffentliche Einrichtungen scheinen nicht in ihr Landschaftsbild zu passen. Ebenso bleiben Gartenanlagen, Waldstücke oder Getreidefelder nicht von ihnen verschont. Besonders traurig ist es, wenn Straßenbäume an der L 791 vernichtet werden, auf die beim notwendigen Ausbau 1978 besondere Rücksicht durch weitgehenden Verzicht auf Maschinenarbeit und geringere Verbreiterung genommen wurde. Hier hilft nur, die Augen offen zu halten, um Schädigungen öffentlichen Eigentums zu verhindern.
  • Das Kulturwerk stellte sein neues Programm vor. Die Steinhagener können sich u.a. am 8.12.1979 auf ein Konzert der Deutschen Bachsolisten, am 28.2.1980 auf das Brandis-Quartett und am 9.5.1980 auf ein Konzert mit der Nordwestdeutschen Philharmonie freuen.
  • Der Aktionsgemeinschaft Steinhagen gelang es, die „Blödelbarden“ Insterburg & Co nach Steinhagen zu verpflichten, nach dem bereits der Bielefelder „Shanty-Chor“ zu Gast war und Schobert & Black noch erwartet werden. Aus den Reinerlösen dieser Veranstaltungen soll Bedürftigen in der Gemeinde geholfen werden, hier besonders einem geistig und körperlich behinderten Kind, dem ein Aufenthalt in einer Spezialklinik ermöglicht werden sollte.
  • Als Stätte der Begegnung war sie konzipiert und man kann sagen, dass sie gut angelaufen ist. Die Altentagesstätte im Matthias-Claudius-Haus bietet Raum für Vorträge oder Filmvorführungen, für Spiele, Basteln oder Musik. Nutznießer sollen nicht nur die Steinhagener Vereine sein, vor allem sollen unseren älteren Mitbürgern im Altenzentrum Kontaktmöglichkeiten zu ihrer Umwelt geschaffen werden.
  • Die stark wachsende UWG begann unter Vorsitz von Harald Voßhall mit der Bildung von Arbeitsgruppen, u.a. auf den Gebieten Baurecht, Bebauungspläne, Schulfragen, Altenarbeit und Gastarbeiterfragen.
  • Die Gemeindebücherei Amshausen platzt aus allen Nähten. Ein Umzug in die Grundschule soll bessere Bedingungen für die Ausleihung der über 2000 Bände ermöglichen.
  • Der Kulturausschuss schlug eine eigene Kunstsammlung der Gemeinde für Ausstellungen im Rahmen des Kulturwerkes vor.
  • „Der Krieger muss weg“ hieß es in einem Leserbrief, weil es „ein militärisches und dem europäischen Gedanken widersprechendes Monstrum“ sei. Sieht man das Kriegerdenkmal aber in Zusammenhang mit den auf Mosaiktafeln an der Kirche aufgeführten Gefallenen, führt es unweigerlich zu dem Leid und Elend, das mit militärischen Auseinandersetzungen verbunden ist. Im Verständnis unserer Zeit hilft es daher mit zu der Erkenntnis, dass Krieg kein Mittel zur Lösung zwischenstaatlicher Probleme ist.
  • Mit der Erhaltung von Grabhügeln aus der Bronzezeit beschäftigte sich der Kulturausschuss. Dr. Günther, Oberkonservator des Landschaftsverbandes, sowie Dr. Bérenger übernahmen die beratende Funktion. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für den Schutz frühgeschichtlichen Kulturgutes aus. Hans-Ulrich Lucke und Hildegard Langbehn werden sich ehrenamtlich für die Denkmalpflege einsetzen. Die Eigentumsverhältnisse, die meisten Denkmäler dieser Art liegen auf privatem Grund, wurden von Seiten der Gemeinde geklärt. Man hofft nun auf Verständnis der Grundeigentümer, dass die Denkmäler von Unterwuchs befreit und sichtbar gemacht und durch Tafeln erläutert werden können, ebenfalls sollte nach Möglichkeit ein Zuweg geschaffen werden.
  • Die Alte Schmiede ist das erste Gebäude im Ortskern, das im alten Glanz erstrahlen wird. 1894 erbaut, bis 1971 vom Schmied Claas als Werkstatt benutzt, diente es bis 1973 noch als Wohnung. Alte Fotos dienen als Unterlagen für die Renovierung.
  • Als Erhaltenswert gelten eine Grabhügelgruppe an der Grenze Steinhagen-Bielefeld, etwa aus der mittleren Bronzezeit um 1200 v. Chr., sowie eine weitere Gruppe von 1500 v. Chr. an der Grenze Amshausen-Künsebeck. Ferner die Landwehr an der B 68, der Schwedenwall in Amshausen sowie Wallanlagen und Hohlwegbündel, Kulturzeugen teils aus frühmittelalterlicher Zeit. Dr. Günther machte darauf aufmerksam, dass sich strafbar macht, wer sich mit Schaufeln an alten Gräbern zu schaffen macht, Aufmerksamkeit sei daher geboten.
  • „Hoch lebe das ehrbare Handwerk!“ (Mach diesem Motto leben noch immer zahlreiche Männer, die als „Rolandsbrüder“ die Zunft der reisenden Bauhandwerker bilden. Der „ehrbare Altgeselle“ für den Raum Bielefeld, Josef Nagelschmidt aus Steinhagen, lotste die Mitglieder des Rolandsschachtes zu ihrem Kongress nach Steinhagen. „Ihren Hut nehmen sie nur beim Essen ab oder wenn sie vor dem Kaiser von China stehen.“ Sie sind stolz auf ihre Zunft und ziehen noch immer mit Kluft, Stenz (Stock) und Charlottenburger (Bündel) durch die ganze Welt. Arbeitsverbote hat es für sie in keinem Land gegeben. Gegründet 1891 von Maurern in Bremen, gilt es damals wie heute, das Wandern der „Fremden Handwerksgesellen“ zu fördern. Wer auf die Walz geht, um Selbstbewusstsein und Fähigkeiten zu stärken, muss Junggeselle und mindestens 25 Jahre alt sein. Bedingung für die Reiseerlaubnis ist der Besitz des Gesellenbriefes, Schuldenfreiheit und ein guter Leumund. Wer sich etwas zu Schulden kommen lässt, „spürt das Achtkantholz im Rücken, wobei er ein Lied von mindestens drei Strophen zu singen hat“. Ist jemand nicht reinlich, wird er nach mehreren Ermahnungen möglicherweise im kältesten Bach eingeweicht. Ein Reisender muss drei Jahre und einen Tag unterwegs sein, bevor er sich wieder zu Hause sehen lässt. In dieser Zeit lernt der Rolandsbruder viele Länder Europas kennen. Wie Zimmerleute aus dieser Zunft arbeiten, konnten die Steinhagener auf dem Upmann's Hof beobachten.
  • Mit einem Mitarbeiterstab von 40 Personen richtete der LAC Steinhagen am Himmelfahrtstag einen Volkslauf „Rund um das Steinhägerdorf“ aus, übrigens der zehnte Volkslauf des LAC. Drei verschieden Strecken führten durch Amshausen, Ströhn und Patthorst, jeder Teilnehmer erhielt einen Keramikteller mit Steinhagener Motiv.

Juni 1979

  • Mit einem traditionellen Schlürschluck nach alter Steinhagener Art wurde die Einweihung der neuen Woerdener Straße abgeschlossen. Die Planung der Straße, eng verknüpft mit der Planung der Ortskernsanierung, begann 1965 und wurde 1968 rechtskräftig, der Straßenentwurf wurde 1971 aufgestellt. Anschließend begannen die Grunderwerbsverhandlungen, wegen des Umfanges im eng bebauten Ortsbereich ein langwieriges Verfahren. Insgesamt mussten 31 Grunderwerbsverträge abgeschlossen und 9 Gebäude zum Abbruch erworben werden. Der erste Vertrag wurde im Mai 1972, der letzte am 9.8.1978 geschlossen. Im Februar 1978 begannen bereits die Bauarbeiten für die Entwässerung. Die eigentlichen Bauarbeiten wurden vom Landesstraßenbauamt Bielefeld, die Bauarbeiten für die Gehwege von der Gemeinde Steinhagen im August 1978 begonnen. Die L 778 hat als Verbindung zwischen Steinhagen und Bielefeld besondere Bedeutung. Die alte Ortsdurchfahrt war unzumutbar geworden, der Ortskern sollte verkehrlich entlastet werden.
  • Wie ein Spielplatz aussehen könnte, diskutierten Eltern, als es um den Platz an der Teplitzer Straße ging. „Kinder wollen Wasser, Erde und Feuer“ hieß es. Daran sollte man denken und möglichst eine Feuerstelle schaffen, an der auch gegrillt werden kann. Stahlgerüste bieten keine Spielmöglichkeiten mit Aufforderungscharakter. Ideal wäre ein Häuschen inmitten des Platzes. Die Gemeinde ist bemüht, eine Idealkonzeption weitgehendst zu erreichen.
  • In seiner 50. Sitzung gab der Bau- und Planungsausschuss grünes Licht für die Ausweisung einer Kleingartenanlage mit mindestens 30 Gärten im Anschluss an den Bebauungsplan 18/1 hinter dem Schulzentrum.
  • Bereits seit 1972 forderten Gemeinde und Anlieger der B 68 in Amshausen ein Überholverbot und Geschwindigkeitsbegrenzung. Während Damen einer Bürgerinitiative durch Zählung die Verkehrsdichte ermittelten und dabei auf bis zu 1537 Fahrzeuge pro Stunde kamen, überzeugte sich das Straßenverkehrsamt von der Berechtigung der Forderung. Durch die nun geltenden Beschränkungen erhofft man sich, besonders für Fußgänger das Überqueren der Straße zu erleichtern.
  • Die Aktionsgemeinschaft Weihnachtsmarkt stellte aus den Erlösen des Marktes 1978 sowie der Shanty-Chor- und Insterburg-Gastspiele Mittel für die Ferienspiele in allen Ortsteilen zur Verfügung. Ebenfalls erhielt der CVJM gezielte Unterstützung für eine Ferienmaßnahme. Über einen elektrisch betriebenen Krankenfahrstuhl freute sich das Altenzentrum. Besonders dankbar wird aber wohl eine ältere Mitbürgerin über ein Radio gewesen sein, welches ihr in ihrer Einsamkeit ein klein wenig Unterhaltung und Abwechslung verschaffen soll.
  • Auf der Generalversammlung der Volksbank Steinhagen kündigte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Ernst Niemann, an, dass mit dem Neubau des Hauptstellengebäudes am neuen Marktplatz im ersten Halbjahr 1980 begonnen werden soll.
  • Der Rat der Gemeinde beauftragte die Arbeiterwohlfahrt mit der Übernahme der Trägerschaft des Jugendzentrums. Zum Auftrag und Inhalt der pädagogischen Arbeit im „Haus der Jugend“ nannte die AW als Grundsatz u.a.: „Die Jugendarbeit wendet sich als eigenständiger Bereich der Jugendhilfe mit ihren Angeboten an den jungen Menschen. Sie soll ihn zur Selbstbestimmung und zum verantwortlichen Handeln in der sozialen Gesellschaft sowie zur Mitwirkung bei der Gestaltung der Gesellschaft befähigen. An der Verwaltung soll ein Kuratorium beteiligt werden, in dem Vertreter der Gemeinde, des Trägers und der Jugend vertreten sind. Das Jugendzentrum soll den Bestimmungen für öffentliche Gebäude entsprechend einen behindertengerechten Eingang bekommen.“
  • Die SPD-Fraktion besichtigte auf einer Radrundfahrt die Naturdenkmäler in Steinhagen, darunter die mächtige Eiche vor der Gaststätte Friedrichshöhe, Hügelgräber an der B 68 sowie ein Mammutbaum am Schloss Patthorst. Dabei wurde besonders darauf hingewiesen, dass viele Orchideenwiesen oder Feuchtgebiete nur dann wirksam geschützt werden können, wenn sie weitgehend vor dem Zugriff des Menschen bewahrt werden.
  • Am Beispiel des neuen Bolzplatzes gegenüber dem alten Waldbad, der in unmittelbarer Nähe der Straße liegt, wurde deutlich, dass bei Einrichtungen von Spielplätzen eine möglichst umfassende Trennung von Kindern und Straßenverkehr herbeizuführen ist.

Juli 1979

  • 390.000 DM, von denen 25 % die Gemeinde tragen muss, kostet der in Bau befindliche Busbahnhof an der Pestalozzistraße.
  • Dass Industrieansiedlungen nicht nur Steuergelder nach Steinhagen bringen, sondern auch Belästigungen, betreffen besonders die Anwohner der Waldbadstraße, die dort mit dem Lärm und den Abgasen des Schwerlastverkehrs einer Spedition leben müssen. Entsprechende Eingaben an die Gemeinde blieben ohne Stellungnahme.

August 1979

  • Nach über zehnstündiger Beratung fällte das siebenköpfige Preisgericht eine Entscheidung in Sachen Steinhagener Hallenfreibad. Der Entwurf des Architektenbüros Rainer Mumme aus Lippstadt erhielt den 1. Preis durch besondere Qualität, Überschaubarkeit und großes Anpassungsvermögen an die bereits vorhandenen Gebäude, sowie hohe Wirtschaftlichkeit durch Kompaktbauweise. Die als modernste in weitem Umkreis angesehene Anlage soll neben Sprunganlage, 50-m-Schwimmbahn und Lehrschwimmbecken auch einen Restaurationsbetrieb erhalten.
  • An der ehemaligen Vennorter Schule entstand in Eigeninitiative ein Wartehäuschen für Schulkinder. Mit der Kleinhalle Marke „Eigenbau“ konnte die Gemeinde 2.000 DM einsparen.
  • Der Sozialausschuss entschied, dass die Altentagesstätte weiter vom Johanneswerk betrieben werden soll.
  • Über dem Erweiterungsbau des Bauhofes konnte der Richtkranz angebracht werden.
  • Bei der diesjährigen Qualitätsprüfung durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft wurden zahlreiche Produkte unserer heimischen Brennereien mit dem DLG-Prüfzeichen ausgezeichnet.
  • Hans-Jürgen Lehmann wurde vom Rat der Gemeinde Steinhagen in seinem Amt als Schiedsmann bestätigt. Schiedsleute sollen Zivilangelegenheiten schlichten, bevor sie vor einem Gericht verhandelt werden müssen.
  • 25 Mitarbeiter trugen ihren Teil dazu bei, dass die Ferienspiele wieder ein voller Erfolg wurden. Angeboten wurden u.a. Tagesausflüge an den Dümmer-See und zum Steinhuder Meer sowie der Besuch einer Druckerei.
  • Teuer, kaum sichtbar, aber wichtig und in höchstem Maße umweltfreundlich war die Maßnahme, für den Abfluss von Schmutz- und Regenwasser einen Verbindungssammler zum stark belasteten Hauptsammler zu schaffen. Von der Osterfeldstraße bis zum Hilterweg wurden in 2–2,5 m Tiefe Rohre mit einem Durchmesser von 90 und 110 cm verlegt. Spezial-geschweißte Stahlschutzrohre nehmen nach Fertigstellung das Schmutz- und Regenwassergemisch bzw. den Elgesbach auf, dessen Umlegung im Zuge der Ortskernsanierung erforderlich ist. Mit der neuen Verbindung wird es besser möglich sein, das Mischwasser direkt zur Kläranlage zu leiten. Die bisherige Mischung von 1 : 4 wird dann im Verhältnis 1 : 11 mechanisch und biologisch gereinigt, wieder ausfließen können. Das schwierigste Stück, die Unterquerung der Bahnlinie, erfolgte an verkehrsarmen Tagen am Wochenende im Bohrvorpressverfahren. Mit 80 Tonnen Schub werden hydraulisch 15 und 16 m lange Asbestzementrohre (60 und 80 cm dick) in die Stahlrohre eingezogen. Der dabei entstehende Hohlraum nimmt eine betonartige Masse auf.
  • Die Steinhagener Dorfkirmes hatte ihren „Schlabberkönig“, der Bier in möglichst kurzer Zeit vom Teller zu schlabbern hatte.

September 1979

  • Treffpunkt für Jugendliche war immer mehr der Kirchplatz vor der Eisdiele. Man hofft, dass dieser Ersatz für das z.Z. geschlossene Jugendzentrum nur noch von kurzer Dauer ist. Mit der Wiedereröffnung stehen dann 450 m² zur Verfügung. Einziger Nachteil dabei: Wegen seiner Lage abseits großer Siedlungen ist es für viele Jugendliche nur schwer zu erreichen.
  • Der CVJM führte mit großem Erfolg eine Altpapiersammlung durch, um der Industrie wieder Rohstoffe zuführen zu können. Um 1.000 kg Papier gewöhnlicher Qualität herzustellen, sind 1.710 kg Holz, 280.000 l Wasser und 4750 kWh erforderlich. Für das Umweltschutzpapier aus alten Zeitungen; Verpackungsmaterial und anderem Altpapier sind nur 1.800 l Wasser und 2.750 kWh nötig. Die Qualität ist trotz der hellgrauen Farbe genau so gut wie bei Neupapier. Die Steinhagener Bürger sollten daher nicht nur die weiterhin stattfindenden Sammlungen beschicken, sondern auch Umweltschutzpapier im Handel verlangen.
  • 110 Blutspender konnte Bereitschaftsschwester Hildegard Bendig vom DRK in der Steinhagener Grundschule begrüßen. Zahlreiche Bürger erhielten Auszeichnungen für 25-maliges Blutspenden.
  • Die Neubauten auf dem alten Sportplatz erhielten eine Ziegelmauer als Schutz vor dem Lärm der ausgebauten Bielefelder Straße.
  • Der geplante Ausbau der Patthorster Straße mit einer Gesamtbreite von 13 m mit Rad/Gehweg und Grün- und Parkstreifen bereitet den Anliegern nicht nur wegen der auf sie zukommenden Kosten (90 % der Gesamtkosten nach § 129 des Bundesbaugesetzes) einige Sorgen. Sie vermuten, dass der großzügige Ausbau Ausmaße einer Rennstrecke haben könnte und erhebliche Lärmbelästigungen mit sich führt.
  • Die 20 Ortsgruppen zwischen Dortmund und Minden gründeten in Steinhagen die Landesarbeitsgemeinschaft Westfalen der Freundeskreise der Alkoholiker. Aufgabe der etwa 10 Jahre alten Freundeskreise ist die Suchtkrankenhilfe für Alkoholiker unter dem Motto: „Miteinander – Füreinander“, wobei mit Beratungsstellen, Fachkliniken für Alkoholabhängige, psychosomatischen Kliniken und ähnlichen Institutionen zusammengearbeitet wird. Bemerkenswert ist, dass alle Mitglieder aus reiner Selbsterfahrung Suchtkranken und deren Angehörigen ihre Hilfe anbieten. Die Ortsgruppe Steinhagen trifft sich jeden Donnerstag um 20 Uhr im Johannes-Busch-Haus. 20 Stunden und mehr investieren die Mitglieder wöchentlich für diese Aufgabe.
  • Die DLRG-Ortsgruppe Steinhagen wählte ihren neuen Jugendvorstand. Die Mitglieder der DLRG trainieren das Rettungsschwimmen in wöchentlich stattfindenden Übungsabenden. Oft werden sie in ehrenamtlicher Tätigkeit im Rettungsdienst an der Nord- und Ostseeküste eingesetzt. Zurzeit reicht das Hallenbad für die 60 -70 Teilnehmer an den Übungsabenden nicht mehr aus.

Oktober 1979

  • Parkprobleme kennzeichnen die Situation auf dem Parkplatz vor der Volksbank, obwohl das Parkdeck teilweise leer steht. Vielleicht besinnen sich doch noch einige Mitbürger auf ihre Füße und überlassen den zentralen Platz behinderten oder älteren Personen.
  • Ein Klasse-Publikum und die guten räumlichen und akustischen Verhältnisse der Aula des Schulzentrums boten die Voraussetzungen für eine gelungene Live-Tanz-Party des WDR mit Werner Müller und seinem Orchester.
  • Mit der Inbetriebnahme des neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 16 ist zu hoffen, dass der „Rote Hahn“ künftig noch weniger Chancen habe, in der Gemeinde Unheil anzurichten. Wie Bürgermeister Wolf weiter betonte, ist es selbstverständlich, die Wehr so gut wie möglich auszurüsten.
  • Mit einem Konzert des geistlichen Liedermachers Siegfried Fietz feierte die evangelische Kirchengemeinde das zehnjährige Bestehen des Dietrich-Bonhöffer-Hauses.
  • Bei einem Altbau-Renovierungswettbewerb einer Zeitschrift gewann Dr. Karl-Ernst Stemmler aus Steinhagen einen Preis für „vorbildlich renovierte Häuser“. Sein typisch westfälisches Zweiständerhaus ist 275 Jahre alt. Der Umbau, bei dem die ursprüngliche Struktur des Hauses innen und außen erhalten blieb, dauerte drei Jahre.

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