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Heimatverein Steinhagen e. V.
Petra Holländer
Udo Waschkowitz
Reichenberger Straße 23
33803 Steinhagen

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Gemeindechronik Steinhagen 1980

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November 1979 bis Oktober 1980

  • Unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde und der Landschaftsbehörde des Kreises über den Freizeitwert einer Sandgrube kennzeichneten die Diskussion über den Antrag einer Bielefelder Firma, die Abgrabungsfläche am Schwarzen Feld von zwei auf vierzehn Hektar zu vergrößern. Ausschlaggebend für die ablehnende Haltung des Ausschusses war, dass durch den entstehenden 10 m tiefen See der Grundwasserspiegel absinken könnte. Mögliche Schäden an der Vegetation des Naherholungsgebietes Patthorst und damit am Wassergewinnungsgebiet der Gemeinde sind nicht auszuschließen. Der Wert der Patthorst als stilles Naherholungsgebiet kann durch einen künstlichen See mit seinen Möglichkeiten für aktive Freizeitgestaltung nur bedingt ausgeglichen werden.
  • Über die Aufgabenbereiche des Evangelischen Johanneswerkes informierte ein Vortrag im Matthias-Claudius-Haus, eines von 40 Alten- und Pflegezentren. Dabei wurde deutlich, dass altersgerechtes Wohnen und Leben nur inmitten des lebendigen Treibens eines Gemeinwesens möglich sei. So sei auch die Altentagungsstätte entstanden. Räumlich an den Wohn- und Pflegetrakt angegliedert, sei sie offen als Begegnungsstätte für Menschen innerhalb und außerhalb des Steinhagener Altenzentrums.
  • Eine eigene Apotheke wünschen sich vor allen Dingen die älteren der 3.300 Einwohner des Steinhagener Ortsteiles Brockhagen. Bisher werden die Medikamente mit dem 17-Uhr-Bus von einer Steinhagener Apotheke zu einer Sammelstelle in Brockhagen transportiert.
  • Das Brinkhaus, als bedeutendes Element für die Marktplatzgestaltung mit vielen öffentlichen Nutzungsmöglichkeiten anerkannt und daher im Bebauungsplan 14 als erhaltenswertes Fachwerkgebäude eingestuft, soll kommerziell genutzt werden. Nachdem vorübergehend das Haus Ordelheide ins Gespräch gebracht wurde, musste sich der Rat der Gemeinde im Mai dazu durchringen, angesichts der hohen Investition und Folgekosten auf jeden Idealismus zu verzichten und für eine öffentliche Nutzung als Bücherei oder Museum andere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.
  • Wie sich ein bauliches Ärgernis zu einem Schmuckstück für den Dorfkern entwickelt, kannte man am Baufortschritt der alten Schmiede erkennen. Den dabei beteiligten Handwerkern gebührt ein besonderes Lob, denn die Bauarbeiten konnten nur stückweise vorgenommen werden, da sich das auf Pfählen im Moorboden errichtete Haus geneigt hatte und viel altes Fachwerk entfernt und neu eingezogen werden mussten. Die Dachpfannen wurden übrigens nach altem Muster hergestellt. Alle Arbeiten standen unter der „Oberaufsicht“ des Landeskonservators.
  • Nach ihrem zehnten Umzug in einen Pavillon der Steinhagener Grundschule kann die Leiterin der Steinhagener Gemeindefreihandbücherei, Hilde Hartmann, nun auf 100 m² 8.500 Bücher anbieten. Zurzeit besitzen 526 Bürger mit einer Lesekarte für ein bis zwei Mark den Schlüssel zu einem umfangreichen Bestand, für dessen Aufstockung jährlich 20.000 DM zur Verfügung stehen.
  • Wie Altpapier umweltfreundlich beseitigt werden kann, zeigt der CVJM Steinhagen mit seinen vierteljährlichen Sammlungen. Im März wurden z.b. 25 t für eine Wiederverwertungsfabrik zusammen getragen, in der neu verwendbares Papier hergestellt wird. Also: Papier nicht auf den Müll werfen, sondern für den CVJM bereithalten. Vielleicht wird einmal aus Altpapier ein Freizeitheim, denn bisher beträgt der Erlös schon einige tausend Mark.
  • Mit einem Angebot von 60 Filmen pro Jahr versorgt der CVJM in seinem Filmclub bereits seit fünf Jahren kleine und große Filmfreunde mit den besten internationalen Produktionen.
  • Dorfmärkte wie in Brockhagen, Gemeinschaftsfeste in Amshausen und die Steinhagener Kirmes boten wieder einmal Gelegenheit, sich zu amüsieren, alte Freundschaften zu pflegen und neue zu knüpfen.
  • Die Steinhagener Dorfkirmes hat ihren Ursprung im Kirchweihfest zu Ehren des heiligen Laurentius, dem Patron der Tapferkeit, der am 10. August seinen Namenstag hatte. Laurentius war auch der Patron der Marienkapelle, aus der die heutige Kirche entstanden ist. Bis zum heutigen Tag ist daher die Mitte des achten Monats der Termin für die Steinhagener Sommerkirmes
  • Nicht unproblematisch war die Verabschiedung des Etats 1980 im Februar, der unter dem Motto „Konsolidierung der Finanzen“ Sparsamkeit durch erhebliche Abstriche von den politischen Zielsetzungen verlangte. Auf Basis eines „hart umkämpften“ Hebesatzes der Gewerbesteuer von 250 % stehen im Verwaltungshaushalt 20.296.000 DM und im Vermögenshaushalt 5.667.000 DM zur Verfügung.
  • Seit vier Jahren hat die Grundschule Steinhagen positive Erfahrungen mit der Fünf-Tage-Woche gemacht. Dazu Rektor Morgenstern: „Keine Sorgen mit den Samstag-Stunden Sport oder Werken, die Kinder verkraften die wöchentlichen Mehrstunden ohne Schwierigkeiten“.
  • Die Flurbereinigung die in Brockhagen und Ströhn bis 1985 durchgeführt werden soll, betrifft im Wesentlichen den Straßenbau, Flächenzusammenlegungen und den Gewässerausbau. Die geschätzten Kosten für die Maßnahmen in Brockhagen betragen 23 Mio DM.
  • Gerade weil die bisherigen Verfahren die Natur oft erheblich durch übertriebenen Straßenbau, Bachbegradigungen und Grundwasserabsenkungen belastet haben, bemühten die Brockhagener von vornherein die Umweltschützer. Die für diese Gegend typische münsterländische Parklandschaft mit Knick und Hag soll völlig erhalten bleiben. Die alten Bachtäler beispielsweise sollen nicht verändert werden, neue Biotope sind dort geplant, wo sie der Landwirtschaft nicht schaden. Auch Grundwassersenkungen sollen nur soweit durchgeführt werden, dass jederzeit der alte Stand wieder herzustellen ist. „Entwässern wo nötig, bewässern, wo möglich“, hieße das neue Leitmotiv. Bleibt abzuwarten, wie sich das in der Praxis bewähren wird.
  • Einige Schwierigkeiten hatten unsere Kommunalpolitiker mit dem Gebietsentwicklungsplan (GEP), war doch das Fachchinesisch auf über 300 Seiten teilweise schwer bis kaum verständlich. Ein GEP regelt die regionalen Ziele der Raumordnung und erlangt als Richtlinie für alle behördlichen Entscheidungen, Maßnahmen und Planungen Bedeutung. Der GEP für den Teilbereich Bielefeld-Gütersloh betrifft die Arten der Besiedelung, dazu gehören Bestimmungen über Abwasserbeseitigung, Verkehr, Voraussetzungen für gewerbliches und privates Bauen und der Naturraum. Der Rat der Gemeinde stimmte zwar im Februar dem Entwurf zu, rechnet aber im Gegensatz dazu mit einem Wachstum der Einwohnerzahlen bis 1985 auf 17.000, nicht zuletzt auf Grund der günstigen Lage zu Bielefeld und der landschaftlichen Vorzüge der Gemeinde.
  • Der ehemalige Fernsehturm auf der Hünenburg wird seit Mitte Juni teilweise abgetragen und für 500.000 DM in einen Aussichtsturm verwandelt. Der Sender, der Weihnachten 1954 seinem damaligen Verwendungszweck übergeben wurde, hatte vor der Abtragung der drei Plattformen für die Sendeanlagen eine Höhe von 40 m. Von der neuen Aussichtsplattform in 25 m Höhe genießen die Turmbesteiger künftig einen herrlichen Ausblick auf die reizvolle Umgebung des Teutoburger Waldes.
  • Ende Januar konnte das Jugendzentrum wieder seine Tore öffnen. Unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt, der Mitverantwortung der Jugendlichen und der Mitarbeit von Sozialarbeitern wird versucht, mit Weiterbildungskursen, Werkangeboten und Musikveranstaltungen Alternativen zu Kneipen und Langeweile anzubieten.
  • Die Idee des Steinhagener Kulturwerkes hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens bewährt. Unter der Regie von Dr. Klaus Godt und der engagierten Mitarbeit seiner Frau Helga ist es immer wieder gelungen, durch die Mischung von Musik und Theater ein breites Publikum anzusprechen. Weltberühmte Solisten und Orchester sowie von Film und Fernsehen bekannte Schauspieler standen auf den Bühnen des Schulzentrums und des Dietrich-Bonhöffer-Hauses. Der Umzug in die Aula mit ihrem Platzangebot für 750 Besucher im Jahre 1975 ermöglichte die bemerkenswerte Zahl von 560 Stammabonnenten.
  • Mit 450.000 DM ist die Gemeinde Steinhagen am Verlust des Krankenhauses Halle/Werther beteiligt. Der Rat der Gemeinde soll daher einer Empfehlung des Hauptausschusses entsprechen und der Auflösung der Krankenhaus-Kooperation zustimmen, um eine bessere Wirtschaftlichkeit zu erreichen.
  • Steinhagener Mütter beteiligten sich in ihrer Freizeit an der Abnahme einer Fahrradprüfung für neun- und zehnjährige Schüler der Grundschule Steinhagen. Die theoretischen und praktischen Prüfungsaufgaben sollten dazu beitragen, den schwächsten Verkehrsteilnehmern mehr Sicherheit zu verleihen. Kommt dann noch ständiges Training einiger Verhaltensweisen im Verkehr dazu, kann die Zahl der verunglückten Kinder von über 60.000 in unserem Land merklich herabgesetzt werden.
  • Für den Neubau von Straßen standen der Gemeinde 720.000 DM zur Verfügung, mit denen der Ausbau der Wagnerstraße und damit die langersehnte Verbindung des Ortskerns mit dem Schulzentrum ermöglicht werden konnte. Etwa 1.100 Schulkinder können sich nun gefahrlos auf Fuß- und Radwegen bewegen, die durch breite Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt sind. Dass man den Straßenneubau nicht übertreiben sollte, zeigt die Kreuzung an der Brockhagener Kirche. Nach Meinung der Bürger ist sie mindestens zwei Nummern zu groß und man macht sich Gedanken, wie man mit wenig Geld diese Verkehrsfläche anders gestalten könnte.
  • Mit ersten Einwänden zum Flächennutzungsplan befasste sich der Bau- und Planungsausschuss Ende Oktober. Naturgemäß nimmt das Verkehrsgerüst eine dominierende Stellung in diesem Plan ein. Hier ist es vor allem die geplante A 33, die auf der im Fernstraßengesetz festgelegten Trasse nachrichtlich zwar in den Plan eingezeichnet wurde, deren tatsächlicher Verlauf aber nach völlig offen ist, weil Steinhagen bekanntlich noch Alternativlinien untersuchen lässt. Beschlossene Sache ist aber zunächst, dass die L 778 zwischen Steinhagen-Dorf und Brockhagen ausgebaut werden wird. Wie es ab Brockhagen weitergehen wird, soll noch untersucht werden. Die Brockhagener Bürger haben jedenfalls eine Interessengemeinschaft gegründet, um einen zu großzügigen Ausbau der Harsewinkeler Straße zu verhindern.
  • Über seinen Entwurf zur Ortkernneuplanung informierte Ende 1979 Architekt Friedrich Schmersahl, auch um Wünsche und Anregungen der betroffenen Bürger kennenzulernen. Wach Ansicht des Planers bietet Steinhagen bereits vieles, was einen Ort lebendig macht. Auffallendstes Merkmal der Schmersahlschen Planung sind vier unterschiedlich gestaltete Plätze: Rundling, Dreieck, Viereck und Doppelkreis. Eine der Hauptschwierigkeiten dürfte es sein, historische Bausubstanz wie das erhaltenswerte Brinkhaus und Neubauten mit ihren Pultdächern miteinander zu verknüpfen. Der erste Baukomplex dieser Art entsteht zurzeit an der Pulverbachstraße.
  • Im April konnte die unter der Leitung von Pfarrer Grothaus von Amshausener Gemeindemitgliedern in Eigeninitiative Stück für Stück zusammengebaute Orgel mit ihren 400 Pfeifen offiziell eingeweiht werden.
  • Dauerparker auf Kundenparkplätzen führten dazu, auf den 16 Stellplätzen bei Vollbracht nur noch das Parken mit Parkscheibe zu gestatten. Insgesamt stehen im Umkreis von 100 m um die Kirche 400 Parkplätze zur Verfügung, weitere kommen am Aldi-Markt dazu, nachdem das ehemalige Verwaltungsgebäude an der Robertstraße abgebrochen worden ist.
  • Auf 80 Jahre Sport als körperliche Ausbildung und wesentlichen Beitrag zur Erziehung der heranwachsenden Bürger konnte die Sportvereinigung Steinhagen e.V. im Mai zurückblicken. Zur Zeit der Gründung hieß es noch „Sport ist Mord“ und viele Hürden hatten die damaligen Aktiven um Wilhelm Topp, Robert Bercht und Fritz Kniepkamp zu überwinden. Im Zeichen der vier „F“ (frisch, fromm, fröhlich, frei) traf sich das Turnvolk in verschiedenen Sälen, in der Leinenweberei Strunkmann & Meister, in der Klemme-Stiftung oder tollte auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße, wo sich jetzt das Umspannwerk befindet. Willi Hartmann erinnert sich: „Der Sand war so tief und schwarz, dass man uns nicht mehr erkannte, wenn wir richtig loslegten.“ Mit Begeisterung wurde zu jener Zeit Schlagball gespielt, eine Sportart, die längst aus der Mode ist. In alten Protokollen kann man noch lesen, dass 1907 die Geräte des Vereins einem Mitglied verpfändet wurden, da der Verein nicht in der Lage war, die Rechnungen zu begleichen, dass 1919, um Licht zu sparen, das Turnen nur an einem Abend durchgeführt wurde oder dass 1923 der Überschuss eines Festes 181 Millionen Mark betrug, den man sofort wertbeständig in zwei Zentner Kohlen anlegte.
  • Heute fühlen sich 1.200 Mitglieder jeden Alters in den Reihen der Sportler unter dem Vorsitz von Heinz Hülsmann wohl, dessen Ziel weiterhin die Förderung des Breitensports sein soll. Mit 400 Mitgliedern sind die Turner stärkste Abteilung, seit fünf Jahren wird Volleyball gespielt und eine kleine aber aktive Gruppe betreibt das Basketballspiel. Die Tischtennismannschaften konnten nicht zuletzt durch einen großen Mitgliederzuwachs in den letzten sechs Jahren beispiellose Aufstiegsserien vorweisen. In früheren Zeiten sammelte die Radball- und Kunstfahrabteilung schöne Erfolge, die sich nun mit besonderem Augenmerk auf die Jugendarbeit wieder einstellen sollen. Einen erfreulichen Aufschwung erlebten bereits die 150 aktiven Mitglieder der 13 Handballmannschaften, während das Fußballgeschehen im Altkreis seit Jahren von der ersten Mannschaft bestimmt wird. Besonders erfreulich sind die Bemühungen der Sportvereinigung, ausländische Mitbürger über den Sport in die Gemeinschaft einzufügen.
  • Unsere ausländischen Mitbürger können sich in die neue Umgebung und in die fremde Sprache nur sehr schwer eingewöhnen. Für die Kinder der stärksten Gruppe, den Türken, hat sich die Brockhagener Grundschule zu einer Art Versuchsschule entwickelt. Zurzeit werden 98 Mädchen und Jungen in fünf Jahrgangsklassen unterrichtet. Schulanfänger können in der Regel ab dem dritten Schuljahr in eine reguläre deutsche Grundschule übernommen werden. Probleme gibt es jedoch mit den „Seiteneinsteigern“, Kindern also, die schon einen regulären türkischen Schulabschluss haben oder im Zuge der normalen Türkenzuwanderung in deutsche Sprache und deutsche Lebensweise eingeführt werden müssen. Erschwert wird der Eingewöhnungsprozess in einigen Fällen auch dadurch, dass türkische Kinder von ihren Eltern aus weltanschaulichen, religiösen oder politischen Gründen nebenher auf die Koranschulen geschickt werden. Mitte des Jahres waren in Steinhagen von 1.051 ausländischen Mitbürgern 587 Türken, die zwar keine Arbeitsprobleme, dafür aber Wohnraumbeschaffungs- und Schulprobleme kennen. Anders als früher, als sie ausschließlich als „Gastarbeiter“ mit befristeter Verweilabsicht nach Deutschland kamen, sind heute die Türken überwiegend daran interessiert, sesshaft zu werden, weil sie wegen der politischen Zustände in ihrer Heimat nicht mehr gewillt sind, zurückzukehren. Schulen und Kindergärten sind daher besonders als Mittler zwischen Gast und Gastgeber geforderte.
  • Mit 4.528 Telefon-Hauptanschlüssen bei 16.118 Einwohnern hat Steinhagen eine Hauptanschlussdichte von 28,1 %.
  • Obwohl sich die Fraktionen der SPD und CDU über einen Umwelt-Naherholungsausschuss grundsätzlich einig waren, scheiterte die endgültige Einsetzung eines solchen Gremiums Ende 1979 an banalen Verfahrensfragen. Da die Hauptsatzung es erlaubt, auch während einer laufenden Legislaturperiode zusätzliche Ausschüsse einzurichten, sollten es die Fraktionen nicht versäumen, zur Lösung der Umweltfragen einer aufstrebenden Gemeinde am Rande einer Großstadt (Naherholungsgebiete, Radwegenetz, Lärmschutz u.v.a.) ihre Fachleute sowie sachkundige Bürger an einen Tisch zu setzen.
  • Eine neue Unterrichtsreihe an der Realschule Steinhagen sorgte für starkes Interesse: Politik in unserer Gemeinde. Durch die Arbeit „vor Ort“ mit Tonband und Kugelschreiber verstehen die Schüler so eher, wie manche Zusammenhänge zu erklären sind.
  • „Einen Weihnachtsmarkt, der es in sich hat, gibt es in der Gemeinde Steinhagen“ verkündete ein WDR-Fernsehmoderator des Journal 3 in seinem Bericht über den fünften Weihnachtsmarkt 1979. Tatsächlich ist der Steinhagener Weihnachtsmarkt mit seinem Bestreben, den Gemeinschaftsgedanken zu pflegen und Gemeinnützigkeit zu betreiben, vorbildlich in Nordrhein-Westfalen. Unter der Regie der Aktionsgemeinschaft beteiligten sich wieder einmal ein großer Teil der 58 Vereine, der Schulen und Kindergärten sowie die Männer der Royal Air Force aus Gütersloh am Reinerlös von über 15.500 DM, der wieder für soziale Zwecke in der Gemeinde verwendet werden solle. Noch nie war die Zahl der Besucher so groß, die im Freundes oder Bekanntenkreis wieder einmal unbeschwert fröhlich sein wollten und dabei nicht vergaßen, die vielen fleißigen Helfer zu belohnen, indem sie hübsche und praktische Dinge einkauften, zahlreiche Leckereien genossen oder vom Trachtenpaar des Heimatvereins eine Loskarte mit Steinhagener Motiven erwarben. Die Kleinen freuten sich nicht nur auf einen deutschen, sondern auch auf einen holländischen Nikolaus aus der Partnerstadt Woerden, die Großen auf die Graham-Bonney-Show oder auf das Anschneiden einer 2,25 m langen Riesenwurst.
  • Ende November 1980 können sich die Besucher nicht nur auf die bewährten Angebote der Steinhagener Vereine freuen, sondern auch auf Konzerte des La-Montanara-Chores aus Italien und der Schöneberger Sängerknaben.
  • Als Zeichen der Verbundenheit mit der holländischen Partnerstadt Woerden besuchten Mitglieder des Rates und der Freiwilligen Feuerwehr ihre Kollegen von Stadtrat und Brandweer. In Steinhagen selbst trägt die neue Umgehungsstraße, die im August offiziell eingeweiht wurde, den Namen unserer Partnerstadt.
  • Am 31.3.1980 haben die Gemeinde Steinhagen und die Stadtwerke Bielefeld einen Wasserverbundvertrag abgeschlossen, der es beiden Kommunen ermöglicht, gegenseitig Aushilfe in besonderen Wasserversorgungssituationen zu leisten. Da die Gemeinde über noch nicht voll ausgenutzte Wasserkapazitäten verfügt, fließt zunächst Wasser aus Steinhagen in Richtung Bielefeld.
  • Für viele XY-Ungelöst: Der Zusammenbruch der BIF im Juli/August und die schwierigen Verhandlungen um die Weiterführung der Baugesellschaft sowie die Existenzsicherung zahlreicher Handwerksunternehmen, nachdem der Geschäftsführer rund zwei Mio. DM aus dem Vermögen der BIF für sich abgezweigt haben soll.
  • Die Diskussion um das Für und Wider einer Autobahn A 33 hielt auch 1980 unvermindert an. In einer Pressekonferenz Anfang Oktober berichtete dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Mahne: „Es geht nicht mehr darum, ob sie gebaut wird, sondern wann“. Die Notwendigkeit der A 33 als großräumige Verbindung von den deutschen Nordseehäfen über den ostwestfälischen Raum nach Süddeutschland ist durch die Streichung der früher vorgesehenen A 5 Bremen-Gießen anerkannt worden. Der Bundestag hat daher bei der Fortschreibung des Bedarfsplanes in diesem Jahr den Bedarf für die durchgehende A 33 in der Stufe I bestätigt. Mit der Einordnung der Teilstrecke Steinhagen in Stufe II sei Gelegenheit gegeben, dort nach Varianten zu der bis heute festgestellten Trasse zu untersuchen.
  • Der 25. Oktober 1973, als erster autoloser Sonntag im Gefolge des ersten Ölschocks noch in mehr oder weniger guter Erinnerung, hatte zur Folge, dass einige Brockhagener Bürger ihr Fahrrad wiederentdeckten und als Radfahrerverein „Blaue Radler“ (Blau nach der Vereinsmütze) unter der Leitung von Robert Meise und Rudolf Lindert bereits 91 Touren unternommen haben.
  • MdB Dr. Hennig und MdL Dr. Reinhardt ließen sich im Hause der Fa. König nicht nur erläutern, wie die 300 Mitarbeiter des Unternehmens „Heimatwasser“ und andere Spirituosen herstellen, sondern waren auch von den Sicherheitsvorkehrungen des Zolls beeindruckt, der ständig drei Beamte ins Haus schickt. Im Zuge der geplanten Erhöhung der Branntweinsteuer im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Bundesregierung rechnet die König-Gruppe, mit 800 Inlandsbeschäftigten und 300 Mio. DM Gruppen-Umsatz einer der führenden deutschen Hersteller, mit Kurzarbeit und Entlassungen.
  • 500.000 DM investierte Florex in eine neue Nähstraße zur Fertigung von Bettwäsche, die wesentliche Arbeitserleichterung und bessere Kosteneinsparung ermöglicht.
  • Die seit 1924 als Familiengesellschaft geführte Steinhagener Fa. Jung-Pumpen segelt seit dem 1. Dezember 1979 unter amerikanischer Flagge.
  • Seit Anfang 1980 stellt sich Winfried Reimer die Aufgabe, in seinem Studio „Design 80“ für große und kleine Industrieunternehmen Konsumgüter geschmackvoll zu gestalten.
  • Die Durchführung von Werbemaßnahmen von der Idee über Planung, Kalkulation, Erstellung von Druckunterlagen bis zum Vertrieb bietet der Ing. grad. Wolfgang Milting an.
  • Anfang Dezember 1979 eröffnete der Delta-Markt im Hause Herkströter seine Pforten. Mit 315 m² Verkaufsfläche versteht sich dieser Supermarkt als Ergänzung zu einem kompletten Einkaufszentrum.
  • Die Leistungsfähigkeit der Steinhagener Geschäfte konnte durch auch weiterhin gesteigert werden. So können z.B. das Rundfunk- und Fernsehfachgeschäft Musolf und Blumen-Dreessen in neuen Geschäftslokalen ein größeres Angebot präsentieren. An der Robertstraße eröffneten Susanne Enke und ihre Mutter Editha „Sue's Hair Studio“.
  • Für immer schloss einer der traditionsreichsten Gastronomiebetriebe seine Pforten: die Gaststätte „Drei Linden“. Gastwirt Wilhelm Brinkkötter setzt sich nach 17 Jahren Thekendienst zur Ruhe. Wer erinnert sich nicht noch an das „Schiffchen“, wo man nach Hausherrenart zubereitete Rollmöpse verzehrte oder die Spiele der Sportvereinigung auf dem benachbarten Sportplatz nach dem Abpfiff noch einmal bei Bier und Korn durchdiskutieren konnte? Das alles wird in Zukunft der Vergangenheit angehören, zumal jenes Rezept, das den „Möpsen“ einen vorzüglichen Ruf bis weit über die Grenzen Steinhagens hinweg einbrachte, nur einer kennt: Wilhelm Brinkkötter. Und dieser, so sagt er jedenfalls, wird es auch weiterhin für sich behalten. 50 Jahre hütet er das Geheimnis schon und das soll auch so bleiben.
  • Das 25. Geschäftsjubiläum feierte Anfang Oktober das Fleischerfachgeschäft Hubert Kietsch. Seine ursprüngliche Heimat Schlesien spiegelt sich auch im Angebot des Jubilars wider, denn auf dem Eickhof werden auch schlesische Spezialitäten angeboten.
  • Größer und moderner bot sich den Kunden ab September das Lebensmittelgeschäft Femmer, wo auch Röst- und Bauernbrot, in original gemauerten Steinöfen gebacken, angeboten wird.
  • Die Reinigung Dittmann konnte im April auf eine 30-jährige Tätigkeit zurückblicken. Als Herbert Dittmann 1950 sein Geschäft eröffnete, war es das erste seiner Art in Steinhagen.
  • 75 Jahre besteht die Autovertretung Petersmeyer in Brockhagen, die 1905 als Fahrrad- und Mähmaschinenhandel begonnen hatte.
  • An die Spitze des FDP-Ortsverbandes wurde Anfang 1980 der Betriebswirt Lothar Vierecke gewählt. Die Steinhagener Christdemokraten werden künftig von dem neuen Vorsitzenden Franz-Josef Hufnagel geführt.
  • Vier Monate nach der Kommunalwahl von 1979 konnte Hans Schreiber Anfang 1980 doch noch in den Rat der Gemeinde einziehen. Nachdem er irrtümlich auf Platz 17 der Reserverliste eingetragen worden war, verzichteten einige Parteifreunde auf ihr eigenes Mandat.
  • Als Nachfolger von Pfarrer Schönewald, der 24 Jahre im Predigtamt stand, wurde in der Kirchengemeinde Brockhagen Pfarrer Albert Steffen in sein Amt eingeführt. Mach seinem Studium der Theologie war Pfarrer Steffen u.a. als Bezirkspastor für das Betheler Haus Sarepta im Reisedienst tätig. Danach wurde er von 1971 bis jetzt in Hemer als Pfarrer sesshaft; zu seinem Sprengel gehörte auch die bekannte Spezial-Lungenklinik.
  • Ein Hauch von Wehmut lag über der kleinen Feier im Dietrich-Bonhöffer-Haus, in deren Rahmen es galt, langjährige, meist im stillen wirkende Mitarbeiter der Kirchengemeinde zu verabschieden: Küster Werner Topp und Frau Martha, Küsterin Ursula Bornemann, Hans und Adele Schmitz, Erich und Martha Aufderhorst sowie Frieda Meyer. Die Betreuung des Johannes-Busch-Hauses übernahmen nun Lieselotte und Klaus Wolf, um Kirche und Dietrich-Bonhöffer-Haus kümmern sich Horst Bartelniewöhner und seine Frau Cornelia.
  • Nach neun Jahren Tätigkeit in der Gemeinde trat auch Schwester Hanna Tacke am 1. August in den Ruhestand. Ihre Nachfolge in der Altenarbeit sowie der Pflege Kranker und Behinderter übernahm Schwester Hildegard Ostermann. Sie hat bereits als Kind in Eckardtsheim gesehen, wie sehr behinderte und kranke Menschen auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Nach zahlreichen Kursen und Spezialausbildungen führte sie der Weg in unsere Gemeinde, wo auch ihr Vorbild, ihre Patentante Schwester Wilhelmine Obermann, 18 Jahre lang wirkte.
  • 10 Jahre war Pastor Wilhelm Kreft in Steinhagen aktiv. Anfang Februar wurde er 70 Jahre alt. Begonnen hatte die berufliche Laufbahn allerdings als Tischler, nach kirchlicher Jugendarbeit und Theologiestudium wurde Wilhelm Kreft 1960 in ein kirchliches Amt eingesetzt. Sichtbarer Erfolg seines Einsatzes für die Jugend ist das Freizeitheim Ascheloh.
  • Die St.-Hedwig-Gemeinde hat ihm viel zu verdanken: Pastor van Duijnhoven, der am 21.August 70 Jahre alt wurde. In die 10-jährige Tätigkeit des gebürtigen Holländers in Steinhagen fallen die praktischen Voraussetzungen für eine gute Gemeindearbeit: 1972 die Errichtung des Pfarrhauses und 1973 der Bau des Pfarrheimes.
  • Offiziell in ihr Amt als Konrektorin der Grundschule Steinhagen wurde Christiane Busch eingeführt, nachdem man im Juni von Hans-Joachim Kerl Abschied nehmen musste. Bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1972 war H.-J. Kerl erster und alleinstehender Hauptlehrer an der Schule in Steinhagen-Ströhen.
  • Einer der bekanntesten Männer Steinhagens starb Ende 1979 im Alter von 94 Jahren: Hermann Schröder. Die Verdienste des früheren Dorflehrers bestanden nicht nur in seiner aufopferungsvollen Tätigkeit zwischen den Schulbänken. Bereits im Ersten Weltkrieg zum Tapferkeitsoffizier ernannt, wurde er im zweiten Weltkrieg Führer des Volkssturmes. Als die Amerikaner vor Steinhagen standen, beschloss er gemeinsam mit Bürgermeister Meyer, die Panzersperren zu öffnen und so das Dorf vor der Zerstörung zu retten.
  • Insgesamt 5.200 Stunden verbrachte Walter Thomas in den 25 Jahren als Chorleiter mit den Sängern des Männerchores Brockhagen. „Wo man singt, da lasse dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“. Nach diesem Motto lebt auch Kurt Heinrich, seit 60 Jahren Mitglied im Deutschen Sängerbund.
  • Die Chefin des Hauses „Berghotel Quellental“, Elfriede Vollmer, hatte Ende September doppelten Grund zum Feiern: 50 Jahre „immer für die Gäste da“ und 70. Geburtstag. Zu den Aufgaben der gelernten Köchin gehörte auch die Tätigkeit als Bademeisterin in der eigenen Badeanstalt, die 1926 im Quellental eröffnet wurde.
  • Mit dem Regierungsdirektor Helfried Klein zählt auch ein Fachmann für die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität zu den Bürgern Steinhagens.
  • Gegen die Folgen des Alkoholmissbrauchs kämpft die im Februar neugegründete Gruppe Steinhagen des Freundeskreises der Abstinenzler, die sich jeden Donnerstag von 20 bis 22 Uhr im Johannes-Busch-Haus trifft.
  • Der LAC Steinhagen will durch verstärkte Schüler- und Jugendarbeit eine solide Basis für sportliche Breitenarbeit schaffen. Immerhin errangen 1979 39,2 % der Mitglieder das Sportabzeichen.
  • Einen hohen Stand züchterischer Arbeit unter Vorsitz von Robert Meise konnte der Rassegeflügelzucht- und Gartenbauverein Brockhagen während der letzten 60 Jahre erreichen.
  • Ernst Niemann, seit 1950 Leiter des Gutes Friedrichsruh, Mitglied des Kreistages und Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, hat Steinhagen in Richtung Paraguay verlassen, um dort Farmen aufzubauen und Einheimische auszubilden.
  • Seit Jahrzehnten schreibt sie schon kleine Gedichte und Geschichten. In ihrem ersten Buch hat sie Geschichten mit Herz, Humor und Feinfühligkeit „Mit sanfter Feder notiert“, Margarethe Vorhölter.
  • Zum Schluss noch ein Welt- und Europameister aus Steinhagen: Owens vom Cronsbach, 27 cm groß, Pinscher und Stolz der Zuchtgemeinschaft Egon Großekathöfer und Manfred Gerhard.

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